Lernvikarin, das heisst Pfarrerin in Ausbildung.

Nachdem ich im Juli 2020 meinen Master in Evangelischer Theologie an der Universität Bern abgeschlossen habe, mache ich nun, von August 2020 bis September 2021 ein praktisches Lehrjahr hier in Grindelwald. Ich werde dabei von Pfarrer Klaus-Dieter Hägele betreut und erhalte Einblick in alle Tätigkeitsfelder des Pfarrberufes: Ich gestalte Gottesdienste (gegebenenfalls auch Abdankungen und Taufen), erteile kirchlichen Religionsunterricht, mache Hausbesuche und lerne die Verwaltung der Kirchgemeinde kennen.

 

Sie erreichen mich...

Per Telefon: 079 387 39 31

Per E-Mail: sophie.glatthard@gmx.ch

Per Post: Ischweg 10, 3818 Grindelwald

...oder Sie können mich auch ansprechen, wenn ich in Grindelwald unterwegs bin.

 

 

Aktuell

 

Predigt zum Jüngling von Nain

 

 

KUW

 

Was die Kirchliche Unterweisung (KUW) angeht, so geht es nun daran, mit der 9. Klasse noch ein paar letzte Unterrichtserfahrungen im Vikariat zu sammeln. Ich durfte diese Klasse schon recht gut kennen lernen; ich war im Konflager dabei und bei der Besichtigung der katholischen Kirche und des Friedhofs von Grindelwald. Ausserdem habe ich die Klasse einmal vertretungsweise unterrichtet. Die Konfirmation rückt nun immer näher und ich erhalte Einblick in die Vorbereitungen für den grossen Abschluss, den Konfgottesdienst.

Am 17. und am 24. April erhielt ich noch Einblick in die KUW II;  ich beteiligte mich an den beiden Unterrichtstagen und besuchte den KUW-II-Gottesdienst am Abend des 25. April. Es war spannend zu sehen, wie viel die Kinder über die Bibel und ihre Entstehung gelernt haben. Die 4.-Klässler sind eine aufgeweckte, aber auch aufmerksame Gruppe. Es war sehr schön, Zeit mit ihnen zu verbringen! Auch die Hingabe der Katechetin Verena Ritschard und der KUW-Mitarbeiterinnen Regula Wolf und Simone Wittwer hat mich sehr gefreut!

Im KUW I habe ich nie selbst unterrichtet, habe aber doch etwas mitbekommen, indem ich als Gast bei verschiedenen Veranstaltungen dabei war: Beim Einschreibegottesdienst, bei der Planung für den Tauf-Gottesdienst am Palmsonntag und schliesslich bei diesem Gottesdienst selbst. Ich bewundere das Engagement, mit dem die Katechetinnen schon so jungen Menschen die Kirche näher bringen.

Im Januar habe ich den Unterricht mit der 7. Klasse abgeschlossen, die ich während dem letzten Semester betreuen durfte. Die letzte Doppellektion mit den 7.-Klässlern war zugleich auch meine Probelektion. Eine Expertin und ein Experte waren dabei und haben den Unterricht bewertet. Ich habe diese Prüfung bestanden; eine enorme Erleichterung, denn diese erste von fünf Prüfungen hat mir die meisten Sorgen bereitet, weil ich auf dem Gebiet des kirchlichen Unterrichts vom Studium her noch die wenigsten Erfahrungen sammeln konnte.

Im Februar durfte ich mich noch mit den 8.-Klässlern weiter im Unterrichten üben. Ich denke, wir haben uns ganz gut verstanden.

 

 

Besondere Momente in der Gemeinde

 

Ich habe nun, vom 23.-29. April, meine sogenannte Vertretungswoche. Das heisst, dass ich nun mal eine Amtswoche überneheme und sämtliche Anliegen an das Pfarramt in Grindelwald entgegen nehme. Es ist neu für mich, eine solche Verantwortung zu haben, doch ich wurde gut instruiert und kann bei Unklarheiten jederzeit meinen Lehrpfarrer, Herrn Hägele, befragen. Ausserdem scheint diese Woche nicht allzu viel los zu sein.

An Ostern durfte ich nun zum ersten Mal das Abendmahl gestalten. Es war ein sehr wichtiger Moment für mich, denn ich wollte unbedingt die grosse Bedeutung zum Ausdruck bringen, die das Abendmahl haben sollte. Neben aller Nervosität hatte ich aber auch grosse Freude daran, über das Abendmahl auf besondere Art mit der Gemeinde in Kontakt zu kommen. Auch das sonstige Oster-Programm in Grindelwald habe ich genossen. Am Karfreitags-Gottesdienst durfte ich das Abendmahl empfangen und am Samstag liess ich mich von der besonderen Stimmung beim Osterfeuer faszinieren.

Ein spezielles Ereignis gerade nach meinen Ferien war die Urnenbeisetzung meiner Grossmutter Nelly Glatthard-Urwyler. Diese fand am Mittwochnachmittag, am 24. März hier in Grindelwald statt. Ich wohne während meinem Vikariat in der Wohnung, in der meine Grosseltern 19 Jahre lang gelebt haben, bevor sie ins Altersheim gezogen sind. Bei der Abdankung begegnete ich nochmals auf besondere Art meiner Vergangenheit in der Neuapostolischen Kirche. Ich durfte den Lebenslauf meiner Grossmutter verfassen und vortragen. Es ist schon etwas Anderes, den Lebenslauf für eine eigene Angehörige zu schreiben, als im Auftrag einer Trauerfamilie.

 

 

Universität

 

Anfang März hatte ich noch drei Kurstage zum Thema Gottesdienst, die ich leider am Bildschirm verbrachte. Aber ich habe mich doch sehr gefreut, meine Vikariats-Kolleginnen und meinen Vikariats-Kollegen wieder zu sehen. Auch sonst waren die Tage sehr spannend. Am ersten Tag erfuhren wir, welchen Schatz die Reformierte Kirche in ihrem Gesangbuch hat; 1000 Jahre Musikgeschichte kommen darin zusammen! Am zweiten Tag sprachen wir über das Gebet und darüber, wie wir seine grossartige Kraft im Gottesdienst und auch bei sonstigen Gelegenheiten nutzen können; in der Seelsorge im Unterricht und im Alltag. Am dritten Tag behandelten wir das Thema Abendmahl. Ich weiss nun, was unbedingt dazu gehört und was alles zur Ausschmückung dazukommen kann. Und ich habe erfahren, auf wie viele verschiedene Arten man Abendmahl feiern kann.

 

Ein weiterer wichtiger Tag wird der 30. April für mich sein; da mache ich das sogenannte Berner Pfarr-Assessement (BPA). Da nehme ich einen ganzen Tag an der Uni an irgendwelchen Übungen teil und werde dabei von einem Experten-Team beobachtet, das dann meine Stärken und Schwächen einschätzt. Zum Glück ist das aber keine Prüfung, sondern eine Möglichkeit, mich selbst noch etwas besser kennen zu lernen.

Die nächste Prüfung steht mir am 6. Juni bevor: mein Probe-Gottesdienst. Der macht mir allerdings (noch) nicht allzu grosse Sorgen, denn an der Uni habe ich mich intensiv mit Predigen beschäftigt und fühle mich da relativ sicher.

 

 

Allgemeiner Ausblick

 

Ansonsten steht nun nicht mehr der kirchliche Religionsunterricht bei meinem Lernen im Fokus, sondern die Seelsorge. In nächster Zeit stehen auch nicht mehr so viele Uni-Kurstage an, die nächsten finden anfang Mai statt. So habe ich nun mehr Zeit für Hausbesuche und freue mich, so immer mehr Mitglieder meiner Lehrgemeinde kennen zu lernen!